Weitere Forderungen:
Truppenstationierungsvertrag kündigen – Stopp DEFENDER 2020
NATO raus aus Deutschland – Deutschland raus aus der NATO
UND SCHÜTZT UNSER GRUNDGESETZ!
Termin: 22. Mai 2021 BERLIN 11:59 Uhr
   
Kontakt  •  Impressum  •  Datenschutz
       

Liane Kilinc

Friedensbrücke Kriegsopferhilfe e.V.


Stationierung von US-Soldaten in Deutschland ist indiskutabel

Liane Kilinc war 15 Jahre Leistungssportlerin im Bereich Bahnradsport und als mehrfache DDR Meisterin Jugend sehr erfolgreich. Heute ist sie u.a. als Friedensaktivistin sehr erfolgreich und sagt in Berlin laut und deutlich, warum sie die US-Stationierung in Deutschland ablehnt.

Vom Beruf ist sie Betriebswirtin und Mutter von fünf Kindern und ist seit 16 Jahren in der Pflege tätig. Sie engagierte sich im Übergangswohnheim Wandlitz für die Integration von Flüchtlingen, war 4 Jahre ehrenamtliche Verantwortliche für Die Tafel Wandlitz und arbeitet in der Gemeinde Wandlitz in der AG barrierefrei sowie im A5 Ausschuss (Soziales) mit.

Ihr hauptsächliches Engagement leistet sie als Vorsitzende im Vorstand des Vereins Friedensbrücke Kriegsopferhilfe e.V., wo sie sich für Menschen im Donbass, in Syrien und seit kurzem auch in Kuba einsetzt. Sie hat mehrfach humanitäre Hilfstransporte in Kriegsgebiete begleitet, hat Beschuss direkt an der Front erlebt und weiß daher aus eigener Erfahrung, wie sich Krieg anfühlt. Ein Grund, sich bei in Berlin am 30.5.2020 laut und deutlich gegen die weitere Stationierung von US-Soldaten auf deutschen Boden auszusprechen.

Der Text ihrer Rede


„Die Häuser sollen nicht brennen.
Bomber soll man nicht kennen.
Die Nacht soll für den Schlaf sein.
Leben soll keine Straf sein.“

Als Bert Brecht diese Zeilen 1951 schrieb, war der Frieden erst sechs Jahre alt, aber der beginnende Kalte Krieg hatte Deutschland bereits in zwei Staaten zerrissen. Der westdeutsche Teilstaat machte sich sehr schnell auf den Weg zur Wiederbewaffnung, anfangs völlig geheim, weil klar gegen den Willen der eigenen Bevölkerung. Die hausten oft noch in Ruinen und Kellerlöchern und hatten von nichts die Schnauze so voll wie vom Krieg.
Trotzdem standen sich ab 1956 zwei deutsche Armeen gegenüber, und wäre jemals aus dem kalten Krieg ein heißer geworden, die erste Frontlinie wäre genau da verlaufen, wo wir heute stehen.
Die meisten Menschen in unserem Land haben heute nur eine ungefähre Vorstellung von dem, was Krieg bedeutet. Wie es sich anfühlt, täglich um sein Leben bangen zu müssen. Wie es Kindern ergeht, die ihre Nächte in Luftschutzkellern verbringen müssen, wie im z.B. im Donbass.
Wir von Friedensbrücke sind ein kleiner Verein, der seit Jahren humanitäre Hilfe leistet. Weil es keinen großen Apparat gibt, wir unsere Spenden selbst verpacken, für den Zoll vorbereiten und eben oft auch bis ins Zielgebiet begleiten, haben wir das immer wieder gesehen und hautnah erlebt und sind bei der Verteilung dieser Hilfe selbst unter Beschuss geraten.
Dass es bei Kriegen um Menschenrechte geht, glaubt man auch nur, wenn man sicher zu Hause, weit entfernt, auf dem Sofa sitzt und ab und zu eine kurze Videoeinspielung in der Tagesschau sieht. Und dabei wird genau darauf geachtet, dass man allerhöchstens mal ein paar saubere Tote sieht; keine jungen Männer, denen Schrapnellen die Beine abgerissen haben, keine Kinder, die noch Jahrzehnte später missgebildet geboren werden, durch Uranmunition wie im Irak oder bis heute durch Agent Orange, das US-Entlaubungsmittel, in Vietnam.
Krieg darf nicht aussehen wie Krieg, wenn man ihn den Zuschauern auf dem Sofa verkaufen will.
Ja, es ist nicht die Bundesrepublik, die die meisten Kriege anfängt.
Aber allein das Beispiel Agent Orange zeigt schon, dass sie irgendwie immer mit dabei ist. Dieses Gift wurde damals von Monsanto in Zusammenarbeit mit dem Chemiekonzern Bayer produziert.
Auch der von Saudi-Arabien mit Hilfe einer Hungerblockade geführte Krieg im Jemen schlägt sich günstig in den Bilanzen der deutschen Rüstungsschmieden nieder.
Das ist gute alte bundesdeutsche Tradition – schon das 'Wirtschaftswunder' der 1950er beruhte in Wirklichkeit auf der Eroberung jener Märkte, die die US-Industrie nicht mehr bedienen konnte, weil sie Bomben baute, um Korea zu zerstören.
Der Jemen, in dem Millionen vor dem Hungertod stehen, ist auch eines der Ziele, das von US-Drohnen unter Beteiligung von Ramstein angesteuert wird. Drohnen, die ihre Ziele nicht erreichen könnten, gäbe es diese Station auf deutschem Boden nicht. Im günstigsten Fall, wenn mal keine Hochzeitsgäste erwischt werden, sind das Maschinen zur Durchführung außergesetzlicher Hinrichtungen in fremden Ländern, ohne Verfahren und ohne Verteidigung...
jeder einzelne Drohneneinsatz ist ein Kriegsverbrechen.
Es ist sicher heute schon viel gesagt worden, welch zentrale Rolle Ramstein als größter US-Luftwaffenstützpunkt in Europa spielt.
Es war sicher schon die Rede von den 35.000 US-Soldaten auf deutschem Boden, dazu 17 000 zivile Bedienstete, dem gigantischen Armeelazarett, von seiner Rolle als Drehscheibe für Fracht- und Truppentransporte. Und jeder von uns weiß, dass diese US-amerikanische Macht beständig neue Kriege beginnt und in den letzten Jahren auch der Kalte Krieg wiederbelebt wurde.
Aber dabei sollte man nie vergessen, dass die US-Armee Teil eines Gesamtpakets ist, das mit der Erpressung von Freihandelsverträgen anfängt, über Kreditauflagen des Internationalen Währungsfonds weitergeht und im Falle von allzu ausgeprägter Souveränität, die man auch mangelnde Bereitschaft, sich ausplündern zu lassen, nennen könnte, weitergeht über Sanktionen, Regimewechsel bis hin zu Kriegen.
Man konnte das jüngst in mehreren lateinamerikanischen Ländern beobachten. Wenn die EU afrikanischen Ländern Freihandel aufnötigt, der immer nur heißt, dass europäische Waren afrikanische Märkte übernehmen können, dann steht im Hintergrund immer die US-Armee als letzte Drohung; der Schlägertrupp eines globalen Schutzgelderpresserrings.
Neben den dutzenden kleiner Kriege droht inzwischen auch wieder ein großer; man muss nur die Zeitung aufschlagen, um zu sehen, wie gegen Russland und China getrommelt wird. Ein Großmanöver nach dem anderen wird durchgeführt, und „Defender 2020“, das wieder aufgenommen wurde, sprengt dabei alle Dimensionen.
Diesen Krieg würden wir nicht nur im Fernsehen sehen; der fände vor unserer Haustür, über unseren Köpfen statt... und die tiefe Wirtschaftskrise, die gerade im Westen heranreift, macht ihn nur noch wahrscheinlicher.
Es ist also fünf vor zwölf, diese Kriegsmaschine zu stoppen. Humanitäre Hilfe, wie wir von Friedensbrücke sie leisten, ist ja immer nur das Pflaster auf einer Wunde, die zuvor geschlagen wurde. Auf Dauer kann sie nicht genügen.
Rammstein schliessen, das wäre ein erster Schritt in diese Richtung. Ein erster Schritt, die deutsche Kooperation mit diesem Monster zu beenden.
Ein Abzug der US-Truppen, ein Ende der Bundeswehreinsätze in aller Welt – damit täten wir nicht nur Gutes für unser Land, sondern auch für all die vielen Völker, die in Armut und Abhängigkeit gehalten werden.
Und wir kämen den Bitten der Kinder nach, die Brecht in seinem Gedicht formulierte:

„Die Mütter sollen nicht weinen.
Keiner soll töten einen.
Alle sollen was bauen.
Da kann man allen trauen.
Die Jungen sollen's erreichen.
Die Alten desgleichen.

 

Zur Überblickseite

 

 

 

Sitemap